$ Chronik – FSG Ering
Feuerschützengesellschaft Ering / Inn

Chronik

Geschichte der Königlich Privilegierten Feuerschützengesellschaft Ering am Inn

Die Geschichte der königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Ering am Inn lässt sich auf Grund des Fehlens schriftlicher Quellen nur anhand mündlicher Überlieferungen und im Laufe der Zeit aufgefundener Gegenstände (Fotos, Schützenscheiben usw.) einigermaßen aufzeichnen und rekonstruieren.

Wir gehen davon aus, dass die früheren Adeligen von Ering nach den Wirren des 30-jährigen Krieges, etwa um das Jahr 1657, eine Art Bürgerwehr ins Leben gerufen haben. Im Heimatbuch „Ering am Inn" wird berichtet, dass Ering während des Spanischen Erbfolgekrieges ein Mittelpunkt des Aufstandes der Bauern gegen die österreichische Herrschaft gewesen ist und dass in der Schlacht bei Aidenbach im Jahre 1706 auch Bürger aus der Pfarrei Ering gefallen sind. Während der napoleonischen Kriege wurde in Ering in den Jahren 1816 bis 1825 die 5. Kompanie des Landwehrbataillons Simbach gebildet und am 2. März 1826 in Simbach verpflichtet. Sie bestand aus 127 Mann. Vermutlich ist aus diesen einstmals militärisch organisierten Verbänden im Laufe der Zeit die Schützengesellschaft hervorgegangen.

Frühe Geschichte
um 1657

Gründung einer Bürgerwehr durch die Adeligen von Ering nach den Wirren des 30-jährigen Krieges — der Ursprung der heutigen Feuerschützengesellschaft.

25. August 1868

Auf Grund der „Allgemeinen Schützenordnung für das Königreich Bayern" erhalten alle Schützengesellschaften, die diese Ordnung in ihrer Satzung anerkannten, das „Königliche Privileg". Auch die Eringer Feuerschützengesellschaft wird vom Bayerischen Innenministerium als „königlich privilegiert" anerkannt.

Die älteste bekannte Schießstätte in Ering befand sich beim sogenannten „Wasserkeller" nahe des jetzigen Innstauwerks. Eine aufgezogene Fahne genügte als „Sicherheitseinrichtung". Der „Aufzeiger" gab den Schützen die Ergebnisse bekannt — einen „Zwölfer" zeigte er durch einen Purzelbaum an.

vor 1890

Lehrer Graßl ist 1. Schützenmeister. Die Eringer Feuerschützen nehmen alljährlich am großen Jahrmarktschießen in Altötting und beim Oktoberfestschießen in München teil.

1890 – 1930

Kaufmann Josef Stuhlberger übernimmt das Amt des 1. Schützenmeisters. Am 20. Juli 1930 feiert er sein 40-jähriges Jubiläum und wird zum Ehrenschützenmeister ernannt. Ein großer Förderer der Gesellschaft vor dem Zweiten Weltkrieg ist Baron Freiherr von Sedlnitzky.

1930 – 1938

Hafnermeister Georg Inzinger ist 1. Schützenmeister, gefolgt von Elektromeister Alfons Stuhlberger.

1939 – 1945

Während des Zweiten Weltkrieges ruht der Schießbetrieb. In dieser Zeit verschwinden alle schriftlichen Aufzeichnungen sowie die alte Schützenfahne und die Königskette. Nachforschungen zu deren Verbleib blieben bislang ohne Erfolg.

Neuanfang nach dem Krieg
ab 1950

Bedingt durch das Waffenverbot nach dem Krieg beginnt man in Ering erst ab 1950 wieder zaghaft mit dem Luftgewehr beim „Huber-Wirt" einen Schießbetrieb aufzubauen. Bis 1969 steht der Gesellschaft Schreinermeister August Buchner als 1. Schützenmeister vor.

10. Januar 1969

Die Schützengesellschaft wird nach dem Krieg offiziell wieder zu neuem Leben erweckt. August Buchner, der damalige 2. Schützenmeister Max Ober sowie 23 weitere Mitglieder schaffen es am 3. März 1970, dass die Bezeichnung „königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Ering am Inn" wieder geführt werden darf und die Gesellschaft damit Rechtspersönlichkeit erlangt.

Im Gasthof zum Steg sind 4 Luftgewehrstände im Nebenzimmer aufgebaut, wo mit den gestifteten Vereinsgewehren schon beachtliche Anfangserfolge erzielt werden.

1972

Beginn mit dem Entwurf von Leistungsnadeln und Meisterabzeichen in Bronze, Silber und Gold — ein voller Erfolg. Schützen aus ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich und sogar den USA senden ihre Anträge nach Ering. Unter den Schützenmeisters Hermann Angerer (1972–1973) und Heinrich Eckmeier (1973–1981) erfolgt der Ausbau des kleinen aufgelösten Bahnhofgebäudes zum heutigen Schützenhaus.

1. Januar 1974

Die Gesellschaft erhält die Erlaubnis für den Schankbetrieb. Am 12. September 1974 wird die Genehmigung für 6 Schießbahnen für Luftgewehr, Luftpistole sowie Zimmerstutzen erteilt — in unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden erbaut.

7. November 1978

Der Schießstand wird anlässlich des Landkreispokalschießens auf 18 Schießbahnen erweitert. In dieser Zeit wird Ering durch internationale Volkswandertage weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt.

Ausbau & Wachstum
1981 – 1988

Anton Schönmoser wird 1. Schützenmeister. Es reifen Pläne für den Bau einer Groß- und Kleinkaliberschießanlage sowie einem angegliederten Pistolenschießstand — Gesamtkosten rund 400.000 DM. Baubeginn am 23. Mai 1985. Die Eringer Schießanlage ist zur damaligen Zeit die vielseitigste und größte in Niederbayern.

Im Mai 1988 wird der Pistolenstand in Betrieb genommen. Im September 1988 findet der erste Wettkampf mit dem Karabiner K98k statt.

17. Juli 1988

Die neue Fahne wird zum 330-jährigen Bestehen der FSG Ering geweiht — anlässlich der 1200-Jahr-Feier der Gemeinde Ering am Inn. Patenverein sind die Bräuhausschützen aus Ritzing. Eine Seite der Fahne zeigt die Kirche von St. Anna bei Ering, die andere das Eringer Vereinsemblem.

1992 – 1997

Nach dem plötzlichen Tod von Anton Schönmoser am 26. Dezember 1991 übernimmt Andreas Held sen. kommissarisch die Geschäfte und wird 1992 zum 1. Schützenmeister gewählt. In seine Amtszeit fallen zahlreiche Umbauarbeiten: Erneuerung des Kugelfangbereichs, neue Küche, Erweiterung des Aufenthaltsraums (fertiggestellt 1997 — mit einer wunderschönen Holzdecke von Berthold Wegner).

1997

Andreas Held jun. wird durch die Generalversammlung zum neuen 1. Schützenmeister gewählt. Die Auswertung der Scheiben erfolgt seit 1997 mit einer automatischen Ringlesemaschine.

Modernisierung & Renovierungen
1998 – 2003

Erneuerung des Kugelfangs im Pistolenstand, Kameraüberwachung, Anschluss an das gemeindliche Kanalsystem, neue Klappscheibenanlage für Unterhebelgewehre (von Albrecht Zeilhuber in kürzester Zeit gebaut), Erneuerung der Herren-WC-Anlage, Bau einer Tresorkammer für Vereinswaffen sowie Installation einer Alarmanlage nach VDS-Richtlinien.

2002

Umfangreiche Renovierung des Schützenhauses: Wärmedämmung, neue Holzdecke im Gastraum, Heizungsanlage, neue Elektroinstallation, neue Schanktheke.

2007

Feiern zum 350-jährigen Bestehen der Gesellschaft — vier Veranstaltungen über das Jahr verteilt: Büffel-, Bären- und Turkeyjagd im Februar, Winterschießen, Osterschießen und ein großer Festabend im Juli mit der Musikkapelle Mining sowie den Bräuhausschützen Ritzing und der FSG Malching.

2008 – 2010

Kompletterneuerung des Kugelfangs im Kurzwaffenstand: 3,7 Tonnen Stahlplatten, neue Betonschicht, 5 Stahllamellenelemente. Anschließend umfangreiche Lüftungsanlage — Abnahme durch den Sachverständigen erfolgreich.

2011 – 2013

Erneuerung der Luftdruckwaffenanlage im Schützenhaus: 5 elektronische Meyton-Stände mit Ergebnisausdruck, Vernetzung und Public View im Gastraum. Später werden weitere 5 Economic-Stände bestellt. Damit verfügt die FSG Ering über eine Luftdruckwaffenanlage auf dem neuesten Stand der Technik.

Frühjahr 2015

Ein Brand durch eine Zigarilloglut auf dem Langwaffenstand zerstört die Hälfte des Standes sowie Fenster, Gang und Dach teilweise. Dank der umsichtigen Sportlerjugend kann Schlimmeres verhindert werden. In nur 3 Monaten wird der Stand wiederaufgebaut — alle geplanten Bezirksmeisterschaften können stattfinden.

2016

Erstmals enormer Ansturm von Neumitgliedern — die Vorstandschaft entschließt sich nach etwa 2 Monaten zu einem Aufnahmestopp für vollkommen fremde Personen. Das Benefiz-Gauschießen für die Flutopfer in Simbach wird in der FSG Ering auf den elektronischen Ständen abgehalten.

2019

Umfangreiche Dachsanierung: asbesthaltige Eternitplatten werden durch kaschiertes Trapezblech ersetzt, ein Freisitz am Eingangsbereich wird angebaut. Gesamtkosten nahezu 65.000 €, davon 10.000 € Zuschuss der Gemeinde und 23.500 € von der Regierung von Niederbayern. Gleichzeitig wird die Abwasserhebeanlage an das gemeindliche Kanalnetz angeschlossen.

2020 – 2022

Die Corona-Pandemie trifft die Gesellschaft hart: alle Veranstaltungen, der Ostercup und sämtliche Bezirksmeisterschaften fallen aus, was den Einnahmen erheblich schadet. Erst mit dem Feuerstutzen-Schießen und der Gemeindemeisterschaft im August 2022 kehrt das normale Vereinsleben zurück. Neuer Wirt Günter Kainzlbauer nimmt ab September 2022 seinen Betrieb auf.

2023 – 2024

Bau eines Anbaus auf der Nordseite des Schützenhauses: Personal-WC, Behinderten-WC, Lagerräume, Jugendraum und separater Eingang für Luftdruckwaffenschützen. Nach 1.500 Stunden Eigenleistung und Gesamtkosten von über 123.000 € wird der Anbau im Juni 2024 mit einem Schützenfest eingeweiht. Unterstützung durch Zuschüsse der Gemeinde (15.000 €), der Regierung von Niederbayern sowie über 10.000 € aus einem Crowdfunding-Projekt.

Stand: Januar 2025